Montag, 25. November 2019

Daedalus LTS-01 erfolgreich gestartet!

Pünktlich 14.40 Uhr wird mit dem Füllen des Ballons begonnen

Was lange währt, wird endlich gut! Etwa 9 Monate arbeiteten die Mitglieder der AG Elektronik und Amateurfunk der Schulstation DK0LG an der Verwirklichung ihres Traumes, eine Wiederauflage der 2014 gescheiterten Mission „Sputnik 1“.
In dieser intensiven Vorbereitungszeit mussten alle durch eine Vielzahl von Experimenten die Grundlagen erforschen, wie z.B. das Zusammenwirken von Ladungs- und Entladungsvorgang am Kondensator, das Temperaturverhalten eines Thermistors und die Funktion und äußere Beschaltung des integrierten Schaltkreises NE555. Schritt für Schritt wurde eine Schaltung entwickelt, im Hochvakuum und unter Extremtemperaturen getestet, kalibriert und letztlich Nutzlast und Fallschirm berechnet und zusammengestellt.

Am 22.11.2019 pünktlich um 15.00 Uhr MEZ startete die Nutzlast Daedalus LTS-01 vom Schulhof des Liborius-Gymnasiums. Eine besondere Ehre für die AG-Mitglieder war die Anwesenheit vieler prominenter Gäste wie Herr Kadner und Herr Schirmer von NaWi School e.V. Berlin, unsere ehemalige Sekretärin Frau Schicht mit ihrem Mann, unser Hausmeister Herr Körting, der uns freundlicherweise das Gas zur Verfügung stellte und viele Eltern, Schüler unserer Schule und Funkamateure. Mit der gesamten Menge Gas (0,41m³) gefüllt, bewegte sich Daedalus zügig in Richtung Wolkendecke. Das periodische Signal konnte etwa 30 Minuten klar und laut auf dem Schulhof mit Handfunkgerät und einfacher Antenne empfangen werden. Die Schulstation an unserer Satellitenanlage und ein Laptop mit Funcube Dongle zeichneten unterdessen die Aussendungen im warmen Physikraum auf. 
Der Durchmesser von zirka einem Meter wird für den Auftrieb geprüft
Das letzte Gas geht in den Ballon


Der Ballon wird sorgfältig verschlossen

Letzter Check vor dem Start

Daedalus LTS-01 ist in der Luft


Signalaufnahme am Funkgerät
Dann machte sich doch die kühle Jahreszeit bemerkbar und alle Zuschauer bewegten sich Richtung Physikraum, wo eine weitere Überraschung auf uns wartete. Unsere Sekretärin Frau Schicht übergab einen künstlerisch gestalteten Kuchen, passend zur Daedalus Mission. Eigentlich viel zu schade zum Anschneiden, stärkten sich alle bei einem heißen Kaffee, Tee oder erfrischenden Apfelsaft. Dabei führten alle angeregte Gespräche über die Ergebnisse der Mission, zukünftige Vorhaben, andere lauschten einfach nur den Signalen aus der Ferne. Unterdessen liefen die Aufnahmen an den beiden Stationen weiter.
16 Uhr 55 Minuten und 31 Sekunden, nach fast zwei Stunden Missionsdauer, ertönte im Missionslautsprecher der charakteristische Frequenzsprung des platzenden Ballons. Daedalus muss beim anschließenden freien Fall in starke Rotation versetzt worden sein. Ein vibrierendes Signal zeigte uns eine starke Rotation des Antennendipols an, die bis zum Abbruch der Aussendung nicht aufhörte.
Daedalus legte letztendlich bis zur Landung in der Nähe von Berlin/Falkensee etwa 120 km zurück. Die gesamte Missionsdauer betrug 3 Stunden, 1 Minute, 30 Sekunden. Eine Bergung war nicht vorgesehen, für den zufälligen Finder wurde jedoch ein Adressaufkleber angebracht. Die Auswertung der empfangenen Daten in den nächsten AG-Stunden wird sicher spannend sein.Welche Höhe hat Daedalus erreicht? Wie schnell war die Rotation? Welche Steigraten und Temperaturen erwartete die Nutzlast?
Für alle war es ein großes Erlebnis und das Team um DK0LG hat sich nach dem ISS-Kontakt im letzten Jahr wieder einmal mehr bewährt.
Übergabe der Daedalus-Missions-Torte
Daedalus über Dessau
Der finale Landeort nach 3-stündigem Flug

Kathrin DO8ECC und Jens DM4JH
Schulstation DK0LG

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