Donnerstag, 25. Oktober 2018

Libo meets ISS - Schüler interviewen Alexander Gerst per Amateurfunk

Was für eine Spannung in der Aula des Libo am Mittwoch, dem 25.10.2018 - 20 mal versucht Herr Home als Projektleiter den Kontakt mit Alexander Gerst, dem Kommandanten der ISS - Raumstation per Amateurfunk herzustellen, bis endlich das Antwortsignal aus dem All kommt.

Nur wenige Minuten bleiben den Schülern der AG "Amateurfunk", um die vorbereiteten Fragen zu übermitteln. Leider kommen nicht alle 20 Fragen/Schüer zum Zug, weil nach nicht einmal 10 Minuten die Zeit vorbei ist, in der sich die ISS so über dem Horizont befindet, dass die eigens verstärkte Antennentechnik auf dem Dach der Schule die Station erreichen kann.

Über ein Jahr hatten sich die Schüler der Arbeitsgemeinschaft sowie Schüler der Astronomiekurse der Schule auf das Event vorbereitet und auf die Krönung ihrer Arbeit durch einen erfolgreichen Kontakt gehofft. Fast genauso spannend waren aber auch die Vorträge im Rahmenprogramm des Kontaktes, die die Wartezeit auf das durch Presse, Radio und Fernsehen breit gecoverte Großereignis zu überbrücken. 

Ein riesiges Dankeschön geht an Ehepaar Home, das so manche Stunde und manchen Tag jenseits der Unterrichtszeit in die Vorbereitungen gesteckt hat. Dank aber auch an alle Spender und Unterstützer im Raum Dessau, ohne deren Hilfe dies nicht zu schultern gewesen wäre!
 
Über diesen Link ist der Fernsehbeitrag in mdr aktuell heute und ran1 einzusehen:

mdr:  https://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/a/video-242956.html

Mittwoch, 17. Oktober 2018

ISS-Kontakt-Team trifft auf Frau Furrer

Am Samstag, dem 20.10.2018, anlässlich des Tages der Offenen Tür unserer Schule, findet ein bedeutsames Ereignis für alle Angehörigen des Liborius-Gymnasiums statt. Frau Gisela Furrer, die Schwester des Wissenschaftsastronauten Professor Dr. Reinhard Furrer, wird der Schule aus dem Nachlass ihres Bruders drei wertvolle Bilder übergeben. Die Aufnahmen entstanden während der Spacelab Mission vom Shuttle Challenger und zeigen wunderschöne Details der Erde aus dem All.

Dr. Reinhard Furrer war nach Siegmund Jähn und Ulf Merbold der dritte Deutsche im All. Die D1 Mission war der letzte erfolgreiche Flug der Challenger mit acht Astronauten an Bord.

Mit dieser Übergabe möchte Frau Furrer der Schule einen Gruß aus dem All übermitteln und unserem Team für den bevorstehenden ISS-Kontakt mit Alexander Gerst alles erdenklich Gute wünschen.
Die Übergabe der Bilder erfolgt um 10 Uhr in der Schulaula unter Anwesenheit vieler Schülerinnen und Schüler. Hier kommen auch die eigens für den Kontakt erstellten T-Shirts erstmals zum Einsatz.
Es werden auch nähere Details zum bevorstehenden ISS-Kontakt am Mittwoch, den 24.10.2018, bekanntgegeben.

Kathrin und Jens Home
ISS-Kontakt-Team-Leitung




Montag, 24. September 2018

Erste Terminvorschläge für unseren ISS-Kontakt

Kürzlich erreichte uns eine lang ersehnte Nachricht vom ARISS-Team (Amateur Radio on ISS). Die Mail enthielt alle 12 möglichen Überflüge der ISS im Kontaktzeitraum 22.10. bis 28.10.2018.
Für uns ergab sich nun die Aufgabe, die möglichen Überflüge zu priorisieren. Mit #1 ist der für uns am höchsten bewertete Überflug gekennzeichnet, #12 stellt die niedrigste Bewertung dar. Jetzt müssen wir warten, was der Terminplan von Alexander Gerst sagt. Etwa 8 Tage vor dem Ereignis erfahren wir dann die genauen Kontaktdaten. Mögliche Termine sind:



#1 Mittwoch   24.10.2018 von 11:59:24 bis 12:10:09
#2 Donnerstag 25.10.2018 von 11:07:22 bis 11:18:08
#3 Freitag    26.10.2018 von 10:15:19 bis 10:26:06
#4 Dienstag   23.10.2018 von 11:14:55 bis 11:25:42 
#5 Mittwoch   24.10.2018 von 10:22:55 bis 10:33:40 
#6 Montag     22.10.2018 von 12:06:57 bis 12:17:43 
#7 Dienstag   23.10.2018 von 12:51:25 bis 13:02:09 
#8 Freitag    26.10.2018 von 11:51:48 bis 12:02:30 
#9 Montag     22.10.2018 von 13:43:25 bis 13:54:04 
#10 Donnerstag 25.10.2018 von 12:43:50 bis 12:54:25 
#11 Mittwoch   24.10.2018 von 13:35:52 bis 13:46:12
#12 Montag     22.10.2018 von 10:30:33 bis 10:41:14
 
Hoffen wir auf einen günstigen Termin. Etwa eine Stunde vor dem eigentlichen Kontakt wird es ein Rahmenprogramm zum Thema Amateurfunk und Raumfahrt mit unterhaltsamen Experimenten und Beiträgen geben.

J. Home
Leiter der SchulstationDK0LG

Samstag, 25. August 2018

Anlage bereit für den Kontakt

DK0LG, Schulstation bereit für den Test
Nach intensiven Arbeiten an der Antennenanlage am gestrigen AG-Freitag konnte der defekte Azimutrotor ausgetauscht und die Rotorkombination erfolgreich in Betrieb genommen werden.
Frau Home und Andreas (DG0HAB) bei der Vorbereitung
Heute, Samstag 11.52 MESZ (9:52UTC! Das erklärt das späte Aufstehen von Alexander 😄), kam die Stunde der Wahrheit. Ein Überflug der ISS mit über 80 Grad Elevation hier in Dessau sollte zum Testen der gesamten Station genutzt werden. Alexander Gerst war mit einem Kontakt in das DLR- School-Lab Neustrelitz mit Schülerinnen und Schülern aus Parchim angekündigt. Die Verfolgung des etwa 10-minütigen Kontaktes war ein voller Erfolg. 19 der 20 gestellten Fragen konnten klar und deutlich von unserer Station im Liborius-Gymnasium
verfolgt und aufgezeichnet werden. Der Überflug brachte uns für unser Event im Oktober wertvolle Erkenntnisse:
  1. Auf der Downlik Frequenz (145,800MHz) konnten wir zum Zeitpunkt des Überfluges einen leichten Störträger feststellen (S2-S3), vermutlich von der Solaranlage auf unserem Flachdach. Sobald aber das Signal von Alexander anlag (S9+10dB mit Vorverstärker) hatten die Störungen keine Chance mehr.
  2. Die Antennenposition wird kurz vor dem Aufgang der ISS optimiert (in unserem Fall über Kopf) angefahren. Diesen Vorgang könnten wir durch eine geeignete Parkposition vorher optimieren.
  3. Keine der Kabel und Leitungen kam in Konflikt mit unserem Mast und den Abspannungen.
  4. Beim Aufgang hatten wir vertikal polarisiert den besten Empfang, danach wurde die Antenne überwiegend rechtsdrehend polarisiert betrieben. Für unseren Kontakt sollte ein Funkamateur oder Mitglied unserer Schulstation am Polarisationsschalter sitzen und bei eventuellen Rauscheinbrüchen schnell Umpolarisieren.
  5. Der Mastvorverstärker besitzt ein hervorragendes Signal-Rauschverhalten und bringt die erwarteten 20dB. Die Verwendung sichert ein stabiles Signal über S9 ab.
Die ISS kurz vor dem AOS in Dessau

Hier einige der Fragen und Alexander Gersts Antworten:

1.Welche war heute Ihre wichtigste Aufgabe, die Sie zu erfuellen hatten?



2. Was haben Sie heute gegessen und welches ist Ihr Lieblingsgericht auf der ISS?



3. Welche war die anstrengendste Trainingseinheit in Vorbereitung auf Ihren 2. Weltraumeinsatz? 



4. Sie werden in der zweiten Haelfte des Aufenthaltes auf der ISS Kommandant sein, worin sehen Sie diese besondere Verantwortung?


Nachdem unsere Station sich im Empfang hervorragend bewährt hat, sollte ab 14 Uhr auch noch der Sendeteil getestet werden. Dafür erklärten sich Jan und Diego aus unserer AG bereit, am heutigen HSW-Contest (Wettbewerb der Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Sachsen) teilzunehmen. Unser Ziel war natürlich nicht, einen Platz in diesem Wettbewerb zu erkämpfen! Viel interessanter war für uns die Entfernung der gearbeiteten Station und die Signalstärke. Leider sind die Rapporte der Gegenstation nicht brauchbar, aber die Feldstärken bei uns gaben uns ein Gefühl für die Richtcharakteristik unserer Antenne. So lag die weiteste Station in Niedersachsen mit etwa 120 Kilometern hinter den Erhebungen des Harzes im Erwartungsbereich (sichtbarer Horizont+10%).
In nächster Zeit werden wir einige Satellitenüberflüge (AO91,AO92,SO50) nutzen, um die Zuverlässigkeit der Station weiter zu testen. Vielen Dank an alle Beteiligten, Frau Home, Andreas DG0HAB, Jan und Diego sowie Pascal.
Antennenanlage auf dem Dach. 2m und 70cm X-Quad auf Satrotor und Reserveantenne X300


J. Home
Leiter AG, DK0LG

Montag, 13. August 2018

18 Adern und eine Mission

Lötstation auf dem Schuldach
Am heutigen Sonntag sollten die Antennenarbeiten auf dem Dach beendet werden. Nach der Vorbereitung der Steuerleitung und des 144 MHz Antennenkabels während der letzten Antennenaktion mussten nun alle Steuerleitungen im Verteiler mit den dazugehörigen Anschlüssen auf dem Dach verbunden werden. 
Blick in den Verteiler, die Rotoranschlüsse sind fertig
Das Wetter war sonnig und klar. Wie verbindet man 18 Leitungen so sicher, dass auch bei extremen Wetterlagen keine Probleme auftreten? Hier kommt nur eine saubere Lötverbindung infrage. Zusätzlich soll jedoch auch ein Kontakt mit anderen Kabelanschlüssen vermieden werden und bei Bedarf eine einfache Multimetermessung mit Tastspitzen möglich sein!
Hier hilft uns die gute alte Lüsterklemme. Die verlöteten Litzen werden geschützt und geordnet angereiht und können über die Schrauben leicht ausgemessen werden. Jede Anschlussgruppe erhält eine eigene Klemme in einer anderen Farbe. So teilen sich die Anschlüsse wie folgt auf:

  • rote Lüsterklemme - 6 Leitungen des Horizontalrotors
  • grüne Lüsterklemme - 6 Leitungen des Vertikalrotors
  • schwarze Lüsterklemme - 3 Leitungen der Polarisationsschalter
  • blaue Lüsterklemme - gemeinsame Masse(GND)
Arbeit erledigt, der Lötkolben kann Abkühlen
Aufmerksame Leser stellen fest, dass noch zwei Leitungen übrig bleiben. Die PTT-Steuerung der Mastvorverstärker für 144 MHz und 430 MHz mit je einer Leitung werden später noch ergänzt, da die nötigen Chingestecker noch nicht vorhanden sind.
Die Lötübung ging schnell voran, eigentlich eine schöne Aufgabe für die AG-Teilnehmer. Leider schließt die Arbeit auf dem Schuldach eine solche Beteiligung aus.  
Nachdem alles verkabelt war, wurden alle offenen Stecker mit selbstschweißenden Isolierbändern aus der Industrie versiegelt. Jetzt sollte kein Wasser mehr in die Koaxialverbindungen eindringen. Das verlegen der 430 MHz Koaxialleitung nach unten in die Aula war dann nur noch Minutensache. Demnächst stehen Lötarbeiten am anderen Ende der Leitung in der Aula an.

J. Home
AG-Amateurfunk und Elektronik
Die Verteilerbox mit den Steuerkabeln

Abisolierte Kabel werden verdrillt



Lötzinn schafft dann eine sichere Verbindung
Das Rotorkabel des Elevationsrotors braucht Platz zum Drehen
Rotor, Pol-Schalter und Mastvorverstärker fertig verdrahtet
Antennenkonfiguration "ready for contact"

Samstag, 4. August 2018

Antennenarbeiten bei DK0LG

Am heutigen Sonnabend bei 35 Grad im Schatten wurden wieder einige Antennenarbeiten durchgeführt. Mit Unterstützung von Frau Home gelang es, die mit 18 Adern und Schirmung doch sehr schwere und 50 Meter lange Steuerleitung anzubringen. Dafür wurde am Mast ein wasserdichter Verteilerkasten (eine ehemalige Geocaching box ;-) ) installiert. Auch die Mastvorverstärker für 70 cm und 2m sind endlich eingetroffen und fertig installiert. Die erste Koaxleitung für 2m wurde bis zur Mitte der Aula abgemessen und gekürzt. Jetzt müssen die 18 Steuerleitungen mit den Kabelanschlüssen des Satellitenrotors, den Polarisationsschaltern und Mastvorverstärkern verlötet werden.
Antennenkonfiguration mit Verteiler, MVV2m, MVV70cm, Polschaltern und Steuerkabel

Steuerleitung und Koaxkabel Richtung Aula

Montag, 11. Juni 2018

DK0LG im Kontakt mit DL0TSD, dem DLR-Schoollab der TU Dresden

Frau Home und Luis beim letzten Check der Station
Der 8. Juni war nicht nur ein Präsentationstag der Ergebnisse des Freien Lernens an unserer Schule sondern auch der Tag der Bekanntmachung unseres bevorstehenden Funkkontaktes mit Alexander Gerst in der Öffentlichkeit.
Bei Bilderbuchwetter bauten die Mitglieder der AG Amateurfunk und Elektronik die Station DK0LG gegen 11.30 Uhr auf dem Schulhof auf. Zur Veranschaulichung unserer Antennenanlage, die bereits auf dem Flachdach errichtet wurde, installierten wir einen Teil unserer Reservesatellitenanlage (Backupsystem) auf einem Dreibeinstativ. So konnten die Schülerinnen und Schüler der AG dem interessierten Publikum das Prinzip unserer Computerantennensteuerung eindrucksvoll demonstrieren.
Sehr großer Andrang zum Schulfest. DK0LG war dicht umringt
Aber noch zwei weitere Höhepunkte waren für den Tag vorgesehen. Punkt 15.00 MESZ stellte unsere Amateurfunkschulstation mit dem Anruf: "Delta Lima Null Tango Sierra Delta, hier Delta Kilo Null Lima Golf" über einen vorher vereinbarten SKED (Abk. schedule - vereinbarter Funkkontakt) einen Direktfunkkontakt ins DLR-Schoollab der Technischen Universität Dresden her. Am anderen Ende meldete sich Bernd (DO1UB), Operator im DLR-Schoollab, laut und deutlich mit: "DL0TSD grüßt DK0LG in Dessau". Nach einem kurzen Signalrapport und der Vorstellung der Schulstationen nahmen die Schülerinnen und Schüler beider Stationen das Mikrophon ind die Hand. Beide Standorte, Dresden und Dessau, werden im Oktober den Funkkontakt zur ISS mit Alexander Gerst aufnehmen. In professioneller Art und Weise stellte sich jeder einzeln mit Name, Alter und ein paar Angaben zu seinen Interessen vor. Dabei konnten sich die anwesenden Eltern, Zuschauer und Pressevertreter vom beeindruckenden Ausbildungsstand der an beiden Stationen aktiven Funkoperatoren überzeugen. Nachfolgend einige Impressionen:



Nachdem alle Mitglieder sich vorgestellt hatten, verabschiedeten sich beide Stationen mit gegenseitigen Einladungen und lautem Jubel voneinander. Hier zeigte sich wiederum der verbindende Charakter des Amateurfunks, national sowie international.
Aber ein zweites freudiges Ereignis konnte an diesem Tag verfolgt und gefeiert werden. Pünktlich, sogar etwas früher als geplant, koppelten die drei Astronauten Sergei Walerjewitsch Prokopjew, Serena Maria Auñón-Chancellor und Alexander Gerst mit Sojus MS-09 etwa um 15.02 Uhr erfolgreich an der ISS an. Einmal mehr übertrug sich das Weltraumfieber unter allen beteiligten Zuschauern. Gespannt warten wir nun auf nähere Informationen für unseren geplanten Kontakt zur ISS im Oktober.
Ankopplungsmanöver Quelle: NASA-TV


Sojus MS-09 meets ISS  Quelle: NASA-TV

Jens Home
Leiter von DK0LG